Beloeil – Belgien

Belœil ist eine Gemeinde in der westbelgischen Provinz Hennegau (Hainaut) und im Verwaltungsbezirk Ath. Der Hennegau gehört zur Wallonischen Region und zur französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Der Name knüpft an die historische Grafschaft Hennegau an und leitet sich von dem Fluss Haine ab. Von Belœil aus sind es in nordöstlicher Richtung 74 km bis zur belgischen Hauptstadt Brüssel und in westlicher Richtung 63 km bis zum nordfranzösischen Lille. Belœil besteht aus den Orten Aubechies, Basècles, Beloeil, Ellignies-Sainte-Anne, Grandglise, Quevaucamps, Rameignies, Stambruges, Thumaide und Wadelincourt. Nach der Gemeindereform wurde die neue Stadt nach dem Schloss Belœil benannt, dem Schloss der Fürsten von Ligne. Eine andere Bezeichnung, die man auf alten Karten findet, ist Bailleul.
Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz im Stadtteil Quevaucamps, der Ort, mit dem Schotten ursprünglich die Verschwisterung begründet hatte.

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Der Partnerschaftsvertrag wurde 1963 zwischen Crosne/Frankreich, Quevaucamps/Belgien und Schotten/Deutschland abgeschlossen und von den Bürgermeistern Marcel Mandion (Crosne), Jean de Gouyes (Quevaucamps) und Georg von Villeneuve (Schotten) am 11.Juni 1964 in Crosne unterzeichnet.

Die Träger der Partnerschaftspflege in den ersten Jahren waren die jeweiligen städtischen Gremien, die Feuerwehren, die Fußballvereine und die Musikkapelle „Silverstones“ aus Schotten. Die 1200-Jahrfeier der Stadt Schotten im Jahre 1978, an der große Besuchergruppen aus den Partnerstädten teilnahmen, die übrigens ausschließlich in Privatfamilien untergebracht waren, zog eine Intensivierung des Besucheraustausches nach sich. Außerdem entstanden die Partnerschaftsvereine, die nun überwiegend die Partnerschaftspflege übernahmen.

Die vom langjährigen Vorsitzenden des Comité de Beloeil Michel Museur ins Leben gerufene „Tour du Jumelage“ wurde erstmals 1981 von Schotten organisiert: eine 7-Tage-Radtour führte damals von Echternach/Luxemburg durch das Moseltal bis nach Schotten. Dadurch wurde gerade für junge Leute neue Impulse gesetzt und es folgte die Zeit mit dem stärksten Besucheraustausch zwischen Beloeil und Schotten. Man erinnere sich an die Fußballturniere, an die alljährlich von Jean Ballant (Sekretär des Comité de Beloeil) organisierten Winteraufenthalte mit großen Schülergruppen aus Beloeil und Crosne auf dem Hoherodskopf sowie an die gemeinsamen Urlaubsfahrten und Silvesterfeiern belgischer, französischer und deutscher Jugendlicher, organisiert in Eigenregie.

Jubiläumsfeiern, viele Arbeitstreffen und die von Beloeil mehrmals organisierte Tour du Jumelage ermöglichten den Schottener Besuchern einen besonderen Einblick in das Land Belgien mit seinen Bewohnern von den Ardennen bis zur Nordsee.

Gerne erinnern sich viele Schottener an den Kostümballball Ende 1980 zum 150-jährigen Bestehen des belgischen Staates in der Orangerie von Schloss Beloeil. Aber auch an die Jubiläumsfeiern zum 25-jährigen, 30-jährigen und 35-jährigen Bestehens der Partnerschaft in Beloeil, in deren Rahmen viel von der belgischen Kultur zu erfahren war. Aber auch die belgischen Freunde hatten anlässlich der 20-jährigen, 30-jährigen, 40-jährigen und 50-jährigen Jubiläen in Schotten reichlich Gelegenheit, die Schottener Gastfreundschaft zu erleben.

Der Partnerschaftsverein in Beloeil
Das Partnerschaftskomitée von Beloeil wurde lange Jahre von den Familien Ballant, Delcourt, Dulieu, Moiny und Museur getragen.

Am 22. Juni 2010 hat der Gemeinderat von Beloeil eine neue Satzung für das „Comité de twinning de Beloeil“ verabschiedet. Diese neue Form des Vereins hat daher nun eine eigene Satzung der ASBL Communale und das Hauptziel, „den Austausch (Kultur-, Schul-, Sport-, Soziales …) zwischen den Bewohnern unserer Gemeinde und den Bewohnern der europäischen Städte, mit denen Beloeil verbunden ist, zu fördern“.

Anmerkung zu ASBL
Die Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht (VoG; niederländisch: Vereniging zonder winstoogmerk (vzw), französisch Association sans but lucratif (asbl)) ist eine Rechtsform des Idealvereins in Belgien, die im internationalen Vergleich als Non-Profit-Organisation (NPO) eingestuft wird.

Weitere Partnerschaften mit:
Arco (Italien/Trentino), Bogen (Deutschland(Bayern), Crosne (Frankreich), Ozimek (Polen), Roccella Ionica (Italien/Kalabrien), Rymarov (Tschechien)

Als Belgien noch nicht Belgien war
Die Geschichte Belgiens beginnt eigentlich erst im Jahr 1830. Vorher gehörten die Regionen, aus denen das heutige Belgien besteht, unter anderem zu Frankreich, Österreich, Spanien und den Niederlanden. Im 16. Jahrhundert war Belgien Teil des riesigen Habsburgerreiches und gehörte zu den damaligen „Spanischen Niederlanden“. Die Habsburger waren katholisch, im Norden der damaligen Niederlande aber breitete sich der Protestantismus aus. Philipp II., Herrscher über Spanien und die Niederlande, versuchte Ende des 16. Jahrhunderts, die protestantische Bewegung niederzuschlagen. Die heutigen Niederlande widerstanden ihm und blieben protestantisch. Das heutige Belgien fiel an die katholischen Spanier zurück.

1792 marschierte Napoleon Bonaparte ein, wurde aber 1815 bei Waterloo, südlich von Brüssel, geschlagen. Noch im selben Jahr beschlossen die europäischen Großmächte auf dem Wiener Kongress das Vereinigte Königreich der Niederlande, bestehend aus den südlichen Niederlanden (heutiges Belgien), den nördlichen Niederlanden und dem ehemaligen Bistum Lüttich.

Revolutionäre Oper und Geburt Belgiens
Dem Königreich der Vereinigten Niederlande war kein langes Leben beschieden. Der katholische und zur Hälfte französischsprachige Süden litt unter der autoritären Politik des protestantischen Königs Willem I. von Oranien.

Am 25. August 1830 eskalierte die Lage: Abends wurde im Brüsseler Théâtre de la Monnaie „Die Stumme von Portici“ von Daniel-François-Esprit Auber gespielt, eine Oper über den Volksaufstand der Neapolitaner gegen den spanischen Unterdrücker. Als der Tenor im dritten Akt mit einer Axt in der Hand sang: „Laufet zur Rache! Die Waffen, das Feuer! Auf dass unsere Wachsamkeit unserem Leid ein Ende bereite!“, erhob sich das Publikum und rief „Aux armes! Aux armes!“ („Zu den Waffen!“). Die Zuschauer stürmten auf die Straße und griffen zu den Waffen. Einen Monat später waren die Niederländer besiegt und Belgien erklärte seine Unabhängigkeit.

Die Niederlande gaben den ungeliebten katholischen Süden schnell auf. Am 4. November 1830 erkannten die europäischen Großmächte während der Londoner Konferenz die Trennung Belgiens von den Niederlanden an. Belgien – mit seinen Provinzen Flandern und der Wallonien – war geboren.

Königshaus und Sprachenstreit
Leopold I. wurde erster König der Belgier, Staatsform die heute noch bestehende parlamentarische Monarchie. Leopold gab sich liberal, regierte aber die von ihm verachteten flämischen Untertanen mit eiserner Faust. In Flandern sollte Niederländisch nur in der Grundschule benutzt werden, ab der Sekundarstufe verlief auch dort der Unterricht auf französisch. „Le Flamand“ wurde zum Schimpfwort, Niederländisch die Sprache der ungeliebten Holländer. Die Grundlage für den heute noch andauernden Sprachenstreit war gelegt.

Reiches Flandern, arme Wallonie
Der heutige Hauptstreitpunkt zwischen Flamen und Wallonen ist die unterschiedliche ökonomische Stärke der Regionen. Im 19. Jahrhundert war die Wallonie dank Steinkohle, Stahl und Glas der wirtschaftliche Motor des Landes. Bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts war die französischsprachige Bevölkerung in der Wallonie die „tonangebende“ Volksgruppe in Belgien, der niederländischsprachige ärmere Teil hatte wenig zu bestimmen.

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In den 1960er Jahren kam es zur weltweiten Stahlkrise. Diese traf die Wallonie besonders schwer, weil die Anlagen völlig veraltet und nicht wettbewerbsfähig waren. Die ehemals reichen wallonischen Regionen wurden zum Armenhaus Belgiens. Dagegen blühte Flandern auf. In Antwerpen ließ sich etwa dank des internationalen Seehafens die wirtschaftsstarke Chemieindustrie nieder. 2006 wurden nahezu 60 Prozent des Bruttosozialproduktes in Flandern erwirtschaftet.

Da sich die Flamen seit der Staatsgründung von ihren französischsprachigen Landsleuten unterdrückt fühlten, sehen sie heute wenig Grund, die arme Wallonie mit ihren Steuergeldern zu unterstützen. Diese Spannungen lassen auch extreme Parteien, wie die flämische nationalistische Partei „Vlaams Belang“ (früher „Vlaams Blok“) erstarken.

Die Zukunft Belgiens
Von Anfang an einte die katholischen Flamen und die ebenfalls katholischen Wallonen nicht viel mehr als der Hass auf den protestantischen, niederländischen Okkupanten. Der Katholizismus, der König und der (bis 1960 belgische) Kongo dienten einige Zeit als Klammern. Doch viele junge Flamen sprechen heute besser Englisch als Französisch, die Wallonen lernen allenfalls widerwillig Niederländisch. Die Sprachgrenze geht durch Schulen, das Fernsehen, die Presse. Auch das Königshaus ist ein nur begrenzt verbindendes Element. Gerade Flamen sehen sich vom französischsprachigen Königshaus kaum vertreten und sind immer weniger bereit, dieses mit ihren Abgaben und Steuern zu finanzieren.

Was bleibt also? Im Streit zwischen Flandern und der Wallonie scheint das gemeinsame Kind Brüssel das verbindende Element zu sein. Brüssel mit seinen internationalen Institutionen ist einfach zu wichtig, keiner möchte darauf verzichten. Die Flamen argumentieren, Brüssel sei historisch flämisch und liege geografisch in Flandern. In Brüssel, sagen die Wallonen, sprächen 85 Prozent der Einwohner französisch. Logisch also, dass Brüssel zur Wallonie gehöre.

Unsere Partnerstadt Beloeil ist seit jeher verbunden mit der Geschichte des Fürstengeschlechtes derer von de Ligne, die seit 1394 auf Schloss Beloeil residieren.

Bildung

Kommunalpolitik
Gemeindeverwaltung und – -parlament setzt sich zusammen aus:
Bürgermeister / 6 Stadträte (4 M, 2 W) / 17 Abgeordnete (9 M, 8 W)
Koalition: PS / Ensemble

Kultur, Freizeit und Leben

Sport

Die Gegend rundum Beloeil ist sehr stark von der Landwirtschaft geprägt. Bekannt sind die Wallonie und Flandern für ihre Textilien, und das war für die Bevölkerung in Quevaucamps ein bedeutender Erwerbszweig. Bis in die 70er Jahre war hier noch eine gut florierende Textilindustrie ansässig. Zur Erinnerung daran wurde ein Museum eingerichtet. Viele Menschen arbeiteten auch in den Stein- und Marmorbrüchen im Raum Basècles.

  • An herausragender Stelle steht hier das Schloss Beloeil mit der nach Vorbild von Versailles großzügig angelegten Gartenlandschaft.

  • Die archäologische Stätte von Aubechies nimmt den Besucher mit auf eine Reise durch 5000 Jahre Vergangenheit. Das Freilichtmuseum dokumentiert das Leben der Völker, die sich nacheinander in dieser Region angesiedelt haben.

  • La Mer de Sable ist ein Freizeitpark, der sich besonders an Familien richtet. Neben der landschaftlich schönen Umgebung sind es vor allem die Western Shows und Wasserfahrten, die den Park zu etwas Besonderem machen. Namensgebend für La Mer de Sable war hier das riesige „Sandmeer“, welches einen großen Teil der Gesamtfläche ausmacht.

  • Musées de la Bonneterie à Quevaucamps und Musée du Marbre (Marmor) à Basècles

  • Kirche Saint-Gery in Aubechies

Land: Belgien
Provinz: Hainaut
Arrondissement: Ath
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 61,54 km²
Einwohner: (01.01.2018) 14.032
Postleitzahl: 7970 – 7973
Vorwahl: 069
Bürgermeister: Herr Luc Vansaingèle

(Quelle: Wikipedia)

Stadtverwaltung Beloeil
Rue J. Wauters 1
B-7972 Beloeil / Quevaucamps
Tel.: +32 69 55 38 00
webmaster@beloeil.be
www.beloeil.be

Partnerschaftsverein Beloeil
Vorsitzender Herr Philippe Cambier

Der Vorstand des Partnerschaftsvereins
Vorsitzender: Herr Philippe Cambier
Stellv. Vorsitzender:
Schriftführer:
Schatzmeister:
Beisitzer:

Anmerkung: